Schematherapie in Frankfurt – wiederkehrende Muster verstehen und verändern
„Ich weiß eigentlich, woran es liegt – und lande trotzdem immer wieder an derselben Stelle.“ Wenn Ihnen dieser Gedanke bekannt vorkommt, sind Sie hier richtig. In Beziehungen, im Beruf oder im Umgang mit sich selbst wiederholen sich bei vielen Menschen Muster, die sie längst durchschaut haben – und die trotzdem nicht verschwinden. Die Schematherapie setzt genau dort an, wo Einsicht allein nicht mehr weiterhilft. In unserer Privatpraxis in der Frankfurter Innenstadt bieten wir Schematherapie durch approbierte Psychotherapeutinnen mit zertifizierter schematherapeutischer Weiterbildung an – vor Ort oder online.
Was ist Schematherapie?
Die Schematherapie ist eine Weiterentwicklung der Verhaltenstherapie, die der amerikanische Psychologe Jeffrey Young in den 1990er-Jahren begründet hat. Sie beantwortet eine Frage, an der klassische Ansätze manchmal an ihre Grenzen kommen: Warum halten sich manche Muster so hartnäckig, obwohl wir sie längst erkannt haben?
Die Antwort der Schematherapie: Weil diese Muster – sogenannte Schemata – früh im Leben entstanden sind. Aus Erfahrungen mit wichtigen Bezugspersonen entwickeln wir Grundüberzeugungen über uns selbst, über andere und darüber, was wir erwarten dürfen. Diese Überzeugungen springen im Erwachsenenleben automatisch an, oft ohne dass wir es merken.
Ein Beispiel: Eine unbeantwortete Nachricht ist objektiv eine Kleinigkeit. Für einen Menschen mit einem Verlassenheits-Schema kann sie eine Welle aus Unruhe, Kontrollimpulsen oder Rückzug auslösen – nicht, weil die Situation es hergibt, sondern weil ein altes Muster reagiert. Genau solche Reaktionen macht die Schematherapie verstehbar – und veränderbar.
Für wen ist Schematherapie geeignet?
Schematherapie ist besonders hilfreich, wenn Schwierigkeiten nicht situativ, sondern wiederkehrend sind:
- wenn sich in Beziehungen immer wieder ähnliche Konflikte oder eine ähnliche Partnerwahl wiederholen
- bei langjährigen Selbstwertthemen und harter innerer Selbstkritik
- bei inneren Antreibern wie „Ich darf keine Fehler machen“ oder „Ich bin erst gut genug, wenn…“
- bei chronischen oder wiederkehrenden depressiven Phasen
- bei anhaltenden Gefühlen von Leere, Fremdheit oder dem Eindruck, „irgendwie anders“ zu sein
Und ausdrücklich: wenn eine frühere Therapie zwar geholfen hat, die alten Muster aber zurückgekehrt sind. Viele unserer Patientinnen und Patienten kommen mit genau dieser Erfahrung zu uns – sie haben viel verstanden und suchen einen Ansatz, der tiefer greift. Die Schematherapie ist für diese Situation entwickelt worden.
Wie Schematherapie arbeitet
Schematherapie ist erlebnisorientierter als klassische Gesprächstherapie. Verstehen ist der erste Schritt – verändert wird auf der Ebene des Erlebens:
Arbeit mit inneren Anteilen: Vielleicht kennen Sie Begriffe wie den „inneren Kritiker“ oder das „innere Kind“ aus Ratgebern. Die Schematherapie arbeitet systematisch mit diesen Anteilen (im Fachbegriff: Modus-Modell). Sie lernen zu erkennen, welcher Anteil in belastenden Momenten gerade „das Steuer übernimmt“ – und wie Ihr gesunder erwachsener Anteil wieder handlungsfähig wird.
Imaginationsübungen: In geführten Vorstellungsübungen werden belastende frühe Erfahrungen nicht nur besprochen, sondern emotional neu bearbeitet – in Ihrem Tempo und immer in Absprache mit Ihnen.
Stuhldialoge: Innere Konflikte werden räumlich erfahrbar gemacht – etwa der Dialog zwischen dem antreibenden und dem erschöpften Anteil. Das klingt ungewohnt, ist aber eine der wirksamsten Methoden, um festgefahrene innere Dynamiken in Bewegung zu bringen.
Dazu kommt eine aktivere therapeutische Beziehung als in manchen anderen Verfahren: Wir arbeiten nah an Ihrem Erleben, geben Rückmeldung und stellen uns als verlässliches Gegenüber zur Verfügung.
Schematherapie oder Verhaltenstherapie – was passt zu mir?
Als Faustregel: Die Verhaltenstherapie ist die richtige Wahl für konkrete, umgrenzte Anliegen – eine Angstproblematik, eine depressive Episode, eine akute Krise. Die Schematherapie ist der passende Rahmen, wenn es um tiefer liegende, biografisch gewachsene Muster geht, die sich durch verschiedene Lebensbereiche ziehen.
Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht entscheiden. In unserer Praxis arbeiten beide Verfahren unter einem Dach, und in der Praxis fließen sie ineinander – schematherapeutische Elemente ergänzen die Verhaltenstherapie dort, wo es sinnvoll ist. Welcher Schwerpunkt für Sie passt, klären wir gemeinsam im Erstgespräch. Mehr zur klassischen Verhaltenstherapie lesen Sie auf unserer Seite zur Verhaltenstherapie in Frankfurt →
Ist Schematherapie wissenschaftlich anerkannt?
Ja. Die Schematherapie ist ein wissenschaftlich untersuchtes Verfahren mit solider und wachsender Evidenz – insbesondere bei Persönlichkeitsstörungen, chronischen und wiederkehrenden Depressionen sowie komplexen Beziehungsproblemen. Abgerechnet wird sie im Rahmen der verhaltenstherapeutischen Behandlung, die als Richtlinienverfahren anerkannt ist.
In unserer Praxis wird die Schematherapie von approbierten Psychologischen Psychotherapeutinnen mit zertifizierter schematherapeutischer Weiterbildung durchgeführt. Mehr zu unseren Qualifikationen finden Sie in den Vitae von Anna Hanig → und Marlena Kalina →
Ablauf, Dauer und Kosten
Am Anfang steht ein Erstgespräch, in dem wir Ihr Anliegen und Ihre bisherigen Erfahrungen besprechen – auch frühere Therapien, falls es sie gab. Daraus entwickeln wir gemeinsam einen Behandlungsplan.
Ein ehrliches Wort zur Dauer: Schematherapie ist meist längerfristig angelegt als eine fokussierte Verhaltenstherapie, denn sie arbeitet an Mustern, die über Jahrzehnte gewachsen sind. Dafür zielt sie auf Veränderungen, die tragen.
Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP) im Rahmen der verhaltenstherapeutischen Behandlung. Private Krankenversicherungen und die Beihilfe übernehmen die Kosten in der Regel vollständig oder anteilig. Alle Details finden Sie unter Abrechnung und Honorare → Ob aktuell Plätze frei sind, sehen Sie auf unserer Seite Freie Termine →
Häufig gestellte Fragen
Was genau ist ein „Schema“?
Ein Schema ist ein früh entstandenes emotionales Grundmuster – eine tief verankerte Überzeugung über sich selbst und andere, etwa „Ich werde verlassen“, „Ich genüge nicht“ oder „Ich muss stark sein“. Schemata entstehen aus frühen Erfahrungen und springen im Erwachsenenleben automatisch an, besonders in engen Beziehungen und unter Stress.
Ist Schematherapie wissenschaftlich anerkannt?
Ja. Es gibt eine solide und wachsende wissenschaftliche Evidenz, insbesondere bei Persönlichkeitsstörungen, chronischen Depressionen und komplexen Beziehungsproblemen. Abgerechnet wird sie im Rahmen der anerkannten Verhaltenstherapie.
Wie lange dauert eine Schematherapie?
Länger als eine fokussierte Kurzzeittherapie – realistisch sind viele Monate bis wenige Jahre, abhängig von Anliegen und Zielen. Im Erstgespräch besprechen wir einen realistischen Rahmen für Ihre Situation.
Übernimmt meine Krankenversicherung die Kosten?
Private Krankenversicherungen und die Beihilfe erstatten die Kosten in der Regel vollständig oder anteilig, da die Behandlung im Rahmen der Verhaltenstherapie nach GOP abgerechnet wird. Gesetzlich Versicherte können die Therapie als Selbstzahler in Anspruch nehmen.
Was ist der Unterschied zwischen Schematherapie und Verhaltenstherapie?
Die Verhaltenstherapie arbeitet lösungsorientiert an aktuellen Problemen. Die Schematherapie ergänzt sie um die Arbeit an früh entstandenen emotionalen Mustern – erlebnisorientiert, mit Methoden wie Imaginationsübungen und Stuhldialogen. Bei uns bekommen Sie beides unter einem Dach.
Wenn Sie das Gefühl haben, in alten Mustern festzustecken – sprechen Sie uns an. Im Erstgespräch klären wir gemeinsam, ob die Schematherapie der richtige Weg für Sie ist. Aktuelle Verfügbarkeit: Freie Termine
